Sie sind hier:  Krimi - Dinner - TheaterÜber unsPresseartikelPresseartikel zu "Gebot oder Tod!?" / Krefeld; Westdeutsche Zeitung; 21.06.05

Leiche zum Vier-Gänge-Schmaus

Eine Symbios von Theater, Malerei und kulinarischem Genuss: Auf der Rennbahn konnten die Gäste zum ersten Mal "Mord à la carte" genießen.


Krefeld. Auf der Rennbahn treffen sich die Oberen Zehntausend. Lord und Lady Salisbury er ist begeisterter Pferdezüchter, sie eine engagierte Kunstmäzenin laden ein zum Dinner mit Wohltätigkeitsveranstaltung zu Gunsten von "Brit Art". Und wie es in der englischen High Society nicht selten passiert, bricht der Hausherr plötzlich tot zusammen. Er wurde vergiftet. Die Gäste sind darüber zwar nicht amused, aber das Vier-Gang-Menü schmeckt weiterhin exzellent. Agatha Christi lässt grüßen.

Um diesen aufregend-anregenden Abend in allen Facetten zu genießen, müssen die Gäste nicht nach Ascot reisen. Wie gesagt: Auch Krefeld besitzt eine Rennbahn und dort hat Klaus Rudolph wieder Mut etwas Neues zu bieten, etwas, das es in der Seidenstadt noch nicht gibt. Es ist die Symbiose von Theater, Malerei und kulinarischem Genuss an dem die Besucher hautnah Anteil haben und genießen können. Sie sind Publikum und Statisten zugleich beim "Mord à la carte".

Die fünf Schauspieler agieren mitten im Raum, zwischen den Tischen. Schon zu Beginn hat Lady Salisbury jeden Gast persönlich begrüßt, die feine englische Art eben. Dann werden die Anwesenden Teil der Handlung, lernen das Intrigenspiel, das in "diesen Kreisen" gepflegt wird kennen und sehen plötzlich, dass der Kommissar glücklicherweise nicht fern ist. Der Mörder ist diesmal nicht der Gärtner, der spielt auch nicht mit. Dreizehn der rund 40 Anwesenden tippten auf jeden Fall auf den richtigen Täter.

"Gebot oder Tod" ist eine hübsch-heitere Krimi-Komödie, die zwischen den Gängen serviert wird. Beim Essen haben die Besucher Gelegenheit zu kombinieren, zu diskutieren und zu raten, wer der Mörder oder die Mörderin denn nun ist. Die Schauspieler steigern sich bis zum spannenden letzten Akt und der Aufklärung der Tat. Es herrscht atemlose Stille, nur unterbrochen von der Musik des Pianisten Alain Gehring. "Gibt es jetzt noch einen Mord?", ist die bange Frage.

Jeder Gang des Essens ist köstlich, das Roastbeef zergeht auf der Zunge. Die von den Engländern geliebte Minzsoße fehlt glücklicherweise. Die ausgestellten Bilder des Diplom-Designers und Malers Dietmar Heinzel aus Erkelenz sind wirklich käuflich zu erwerben, nicht in einer Auktion, wie es der Krimi vorgibt. Die Veranstaltung nur als Rudolph´ s Ess-Theater zu bezeichnen wie es in der Pressemitteilung stand ist zu wenig. Es ist beste, spannende Unterhaltung in einem schönen Rahmen.

21.06.05
Von Chrismie Fehrmann