Sie sind hier:  Krimi - Dinner - TheaterÜber unsPresseartikelPresseartikel zu "Gebot oder Tod!?" / Siegburg; Bonner Rundschau; 06.11.06
Mörderisches Menü für feine Gesellschaft
Spannender "Mord à la carte" im Siegburger Parkhotel Kranz

Alles im Griff: Lady Salisbury alias Angela Fischer begrüßt ihre Gäste mit Grandezza und umwerfendem Smalltalk.

wollte. Fünf Akte hindurch führte das Ensemble "Mord à la carte“ unter Leitung von Gerd Rustenbeck sein Publikum. Fünf kurze Akte, in denen vor allem Angela Fischer, die übrigens im Windecker Ländchen wohnt, als Lady Salisbury brillierte. Sie behielt stets die Oberhand ihrem farblosen Ehemann gegenüber ebenso wie dem zwielichtigen Taxifahrer Libussa, die beide sehr überzeugend von Guido Grottmann gespielt wurden. Mit schneidendem Ton dirigierte sie Butler Howard (Gerd Rustenbeck), mit mütterlicher Ungeduld Töchterlein Harriet (Tatjana Cichon), das es faustdick hinter den Ohren hatte. Und welch verwickeltes Verhältnis

   

die Schlossherrin mit dem Kunstverständigen Professor L. Archer alias Michael Pollienik verband, sollte sich noch offenbaren. In den Spielpausen, zum Gaumenschmaus beruhigte Pianist Thomas Zimmermann die Gemüter mit Satie und Chopin, und unaufdringliche, wie es sich für das Personal eines echten Schlosses gehörte, servierte das Serviceteam des Parkhotels das mörderische Menü. Ganz zum Schluss erst wurde die Lösung wie ein zweites Dessert serviert. Überraschend? Na ja, der Mörder ist eben doch nicht immer der Gärtner. (Wer mitraten will, bekommt am 10. März im Parkhotel eine neue Chance.)

von DÖRTE STAUDT
SIEGBURG. Die ganz feine Gesellschaft war da. Lords und Ladys aus allen Grafschaften Englands, Professoren, der Kulturattaché der Vereinigten Staaten. Und sie wurden, ein jeder der 140 Gäste einzeln mit Grandezza, Küsschen und umwerfendem Smalltalk von Lady Salisbury in den großen Speisesaal des Parkhotel Kranz - pardon, in den Saal auf Schloss Salisbury in Cornwall - geleitet. Auf diese Gäste wartete Steinpilzterrine an mörderischer Pfeffersauce,
Kürbissuppe unter dem Gefängnisgitter sowie ein rechter Leichenschmaus von Poulardenbrust nebst vor Angst erstarrter Polenta-Nocken und gefesselten Bohnen. Und eine Geschichte, die von Agatha Christie hätte stammen können: Ein zugiges Schloss, jede Menge echter Kunstwerke, die versteigert werden sollten, ein Mord, noch vor dem "Amuse geule" und eine Hand voll verdächtiger Personen, die alle ihr kleines Geheimnis mit sich trugen, das so gar nicht zur feinen Gesellschaft passen
Zwielichtig: Der Kunstsachverständige Professor Archer alias Michael Pollienik hat ein Verhältnis mit der Schlossherrin. (Fotos: Mischka) Selbst ein Butler (Gerd Rustenbeck) verliert die Contenance, wenn ein Taxifahrer (Guido Grottmann) im Unterhemd in die Party platzt.