Sie sind hier:  Krimi - Dinner - TheaterÜber unsPresseartikelPresseartikel zu "Gebot oder Tod!?" / Siegburg; General Anzeiger; 06.11.06

Spannende Einladung zum Leichenschmaus

KULTUR "Mord à la carte" präsentiert genussvolles Krimi-, Koch- und Theater-Event im Kranz Parkhotel.
Die Mimen beziehen ihr Publikum ins Spiel ein. Die Gäste beteiligen sich an der Mördersuche.

Von Susanne Haase-Mühlbauer

SIEGBURG. Butler Howard (Gerd Rustenbeck) verschafft sich Gehör im großen Saal des Kranz Parkhotels. Ein prüfender Blick ins Gästebuch der Lord- und Ladyschaft Salisbury, ein auffälliges Räuspern und dann die stilechte Ankündigung für das bereits anwesende Publikum: "From Austria: die Marek Dynastie". Applaus begleitet den europäischen Hochadel zu seinen Plätzen. So schnell kann man zu Lord und Lady, Prinz und Prinzessin, Kulturattaché oder Filmregisseur avancieren. Und schon ist man mittendrin im Schauspiel "Gebot oder Tod!?", bei dem nicht nur die Zuschauertitel augenzwinkernde Fälschungen sind.
Kurz vor der Kunst-Auktion zugunsten der Stiftung "Brit-Art" werden die Gäste Zeuge eines mysteriösen Mordes, lassen sich den kriminellen Appetit aber nicht verderben. Ideengeber und Regisseur Gerd Rustenbeck und das Ensemble "Mord à la carte" zielen auf die Vereinigung mehrerer Künste an einem Abend: Schauspiel, Kochkunst, bildende Kunst

Wer ist der Mörder?
Noch vor Auktions-Beginn wird Lady Salisbury (Angela Fischer) zur Witwe. Ihre Gäste helfen bei der Mördersuche.

FOTO: AXEL VOGEL

ein, das von den ziemlich echten, ihrer Versteigerung harrenden Bildern eines van Gogh, Pollock oder Miró (aus dem Pinsel von Marion Meyersieck) gerahmt wurde.
Doch die Gastgeberin Lady Salisbury (Angela Fischer) wird noch vor Auktions-Beginn zur Witwe. Gift tötete den Lord, so ist man sich schnell der Todesursache bewusst. Doch wer war der Mörder? Jeder scheint in Frage zu kommen. Ob das nun Tochter Harriet (Tatjana Cichon) ist, der undurchsichtige Taxifahrer Libussa (Guido Grollmann), der zwielichtige Kunstprofessor James L. Archer (Michael Policnik), oder gar die Lady selber.
Die Schauspieler beleuchteten ihre Charaktere gar köstlich auch von der dunklen Seite. So wundert es nicht, dass die Wettzettel, mit denen sich das Publikum an der Mördersuche beteilige, eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten offenbarten. Man genoss das Rätseln, Kosten, Lauschen und Probieren fast fünf Stunden lang und versprach am Ende des genussvollen Krimi-, Koch- und Theater-Event, dass man die Lösung nicht verrate.
Ehrensache - Adel verpflichtet.

und Musik treffen aufeinander. Und nicht nur das. Sie korrespondieren geradezu (gänse-)hautnah und über alle Sinne. So erhält das Publikum jede Menge Geschmacksproben.
In Zusammenarbeit mit "Mord à la carte" entwickelten die Brüder Bernd und Rüdiger Kranz und Küchenchef Axel Weinrauch ein Vier-Gänge-Menü, das sich herrlich kriminell in die fünf Akte einfügte.

So etwa hatte es Weinrauchs mörderische Pfeffersauce an der "Steinpilzterrine mit marinierten Totenpilzen" genauso in sich, wie der "Leichenschmaus von der Poulardenbrust an erstarrten Polenta-Nockeln und gefesselten Bohnen".
Derweil stimmte Pianist Thomas Zimmermann mit klassischen Klängen und eleganter Salonmusik die 140 Hotel-Gäste stilvoll auf "das Society Event des Jahres"